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Der akute Herzinfarkt als Auslöser für den plötzlichen Herztod.

 

Etwa 100000 Menschen im Jahr verlieren ihr Leben durch den plötzlichen Herztod.

Eine Ursache für den plötzlichen Herztod ist der akute Herzinfarkt, auch akuter Myokardinfarkt genannt.

 

Um den Mechanismus zu verstehen, müssen wir einen Blick in die Anatomie des Herzens werfen:

 

Das Herz benötigt wie alle Körperzellen Sauerstoff . Blut transportiert den Sauerstoff, das Blut wird in  Gefäßen (Arterien) zu den Zellen transportiert. Im Falle des Herzens sind es die so genannten Herzkranzgefäße. Davon gibt es drei Stück:

-         die Hinterwandarterie (ACD),

-         die Vorderwandarterie (RIA)

-         und die Seitenwandarterie (CX).

Wobei die beiden letzten zusammen der Aorta (Hauptschlagader) entspringen     

(Hauptstamm).

Blutversorgung                                        

           

 

Verschließt sich nun eines der Herzkranzgefäße, werden die Herzmuskelzellen nicht mehr mit Blut versorgt. Der Mechanismus der Zellen wird gestört und es kommt zu unkontrollierten Entladungen von elektrischer Energie. Dadurch wird der sonst normale Rhythmus der Herzens gestört.

 

Meist kündigt sich ein solcher Herzinfarkt an:

Der Mensch klagt über Schmerzen in der Brust, in den linken Arm ausstrahlend, bis in den kleinen Finger.

Er hat das Gefühl einen breiten Gürtel um die Brust geschnallt zu haben.

Er hat Luftnot.

Er hat kalten klebrigen Schweiß auf der Stirn und steht Todesängste aus.

 

Bei besonders schweren Infarkten, also Verschlüsse die besonders große Areale des Herzens von der Sauerstoffversorgung ausschließen, kommt es zu besonders tückischen Rhythmusstörungen:

 

Kammerflimmern

Das Herz versucht nun, angeregt durch die unkontrollierten elektrischen Entladungen, bis zu 300 mal pro Minute zu schlagen. Wobei es nur noch zu Flimmerbewegungen in den Herzkammern ( Kammerflimmern) kommt.

Folge: Blut wird nun nicht mehr gepumpt.

Der Erkrankte verliert das Bewusstsein.

Klinisch hat dieser Mensch weder Bewusstsein, noch Atmung, noch Puls.

 

 

Was kann man in einer solchen Situation selbst tun?

 

aed_laien.jpg (16758 Byte)Damit man diesem Menschen in der Klinik noch helfen kann, ist es zwingend notwendig dieses Kammerflimmern in den ersten Minuten zu durchbrechen und das Herz wieder zu einem normalen Herzrhythmus zu bewegen. Dies erreicht man durch einen Elektroschock (Defibrillation).

Mit dieser Maßnahme ´darf man nicht Warten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes, sondern der Elektroschock muss unter Verwendung eines Automatischen Externen Defibrillators  (AED) sofort geschehen. (Einen AED kann jeder nach einer kurzen Einweisung bedienen.) Nur so werden die Körperzellen, u.a. das Gehirn, wieder mit Sauerstoff versorgt.

Ist kein AED zur Hand muss sofort mit der so genannten Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW)  begonnen werden.

 

Mit der Defibrillation wird häufig wieder ein normaler Herzrhythmus erreicht, leider sinkt die Wahrscheinlichkeit des Überlebens je länger mit der Defibrillation gewartet wird. (Um Ca.8 -10 Prozent pro Minute.)

 

 

 

Sollte der Kranke nicht bewußtlos werden,  benötigt er natürlich auch Hilfe:

 

 

- Für Ruhe sorge.

- Den Erkrankten aufrecht sitzend lagern

- Beengende Kleidung öffnen

- Wenn möglich Sauerstoff geben

- Den Erkrankten Beruhigen und Betreuen

- Notruf absetzen

 

oder als Merkhilfe:

 

  Hilfe holen

    Ermutigen. Trösten

    Lebenswichtige Funktionen schützen

    Decke unterlegen

 

Wie hilft man im Krankenhaus?

 

Erreicht der Patient lebend das Krankenhaus, kann man mittels einer Katheteruntersuchung (Coronarangiographie), den Verschluss lokalisieren und durch eine Ballondillatation (PTCA/Ballonerweiterung) wiedereröffnen. Häufig wird dann eine Gefäßstütze (Stent) eingesetzt. Ist keine Ballondillatation möglich, muss man unter Umständen eine Bypass-Operation durchführen.

 

PTCAA vor B während undC nach DilatationAls mögliche Komplikation ist die Einengung eines Seitenastes (Pfeil) dargestellt („Schneepflugphänomen“)

 

 

                                                        PTCA
                                                        A   vor
                                                        B   während und
                                                        C   nach Dilatation

   

 

 

 

 

 

              A                                                        B                                                                          C

 

 

 

 

Langzeitprognose:

 

Wird der Infarktpatient innerhalb von vier Stunden einer erfolgreichen  PTCA oder einer Bypass-Op zugeführt, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, daß der Patient wiederhergestellt werden kann.

 

Fazit:

 

Mit einem Automatischen Externem Defibrillator kann man den Schock fürs Leben auslösen!!